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Snapchat setzt auf Werbung

In Allgemein by Philipp Steuer0 Comments

Trotz der großen Popularität ist Werbung auf Snapchat immer noch ein ziemlicher Pain in the Ass. Zu kompliziert, alles muss über die jeweiligen Headquarter in den USA oder London gebucht werden. Zudem sind Geofilter und Lenses oftmals mit Preisen zwischen $20.000 (Deutschland) bis hin zu $140.000 (USA) für einen Tag kein Pappenstiel. Das soll sich jetzt ändern, denn Snapchat hat das Snapchat Partners Programm gestartet.

Snapchat Partner Program

Im Rahmen des Programms arbeitet man mit einer festen Anzahl von Media-Agenturen zusammen und stellt diesen eine entsprechende Werbeschnittstelle zu Verfügung, über die Kunden ganz einfach Videowerbung einbuchen können.
Hier gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten. Besonders sind definitiv die “Snap Ads Between Stories”. Diese Video Snap Ads werden — im Gegensatz zu YouTube — nicht vor die einzelnen Snapchat Stories, sondern dazwischen gepackt.
Wer jetzt die Hände über den Kopf zusammenschlägt — keine Sorge. Die Ads sind direkt überspringbar, bisher gibt es keine Anzeichen auf nicht-überspringbare Videoclips. Also einfach zur Seite swipen, wenn du keine Lust auf Werbung hast.

Qualitative Kontrolle — Niedrige Frequenz

Zudem soll die Anzahl an Werbeanzeigen ganz hart kontrolliert und klein gehalten werden, um den Spam-Effekt zu vermeiden. Die Qualität der Anzeigen steht an erster Stelle und durch die geringe Frequenz sollen sie so stärker in Erinnerung bleiben.

Im Gegensatz zu Facebook werden die Ads im Vollbild-Modus und direkt mit Sound abgespielt. Das sorgt u.a. bei Taco Bell dazu, dass deren Werbung zu 80% bis zum Ende geschaut wird, was extrem gut ist.

Die anderen beiden Goldesel werden weiterhin gekaufte Geofilter und Lenses sein. Diese werden aber NICHT über das Snapchat Partners angeboten und müssen daher weiter über Snapchat direkt gebucht werden.

Was bedeutet das jetzt?

Snapchat macht ernst in Sachen Geld. Letztes Jahr soll man $59 Millionen Euro Umsatz gemacht haben, 2016 will man auf $250–$350 Millionen kommen mit dem großen Ziel, 2017 die Milliarde voll zu machen.

Für mich als User ändert sich wenig. Ein bisschen Werbung wird dazu kommen, aber ich empfinde das — sofern man die Frequenz niedrig hält — als überhaupt nicht schlimm und sehe sogar hier schon die Ansätze dafür, dass man in ein paar Jahren als aktiver Snapchatter an den Werbeeinnahmen beteiligt wird, so wie es bei YouTube der Fall ist.

Der Start des Snapchat Partners Programm zeigt zudem, dass Snapchat ganz bewusst die API schützt und eben nur qualitativ hochwertigen Partner Zugang bietet, um unnötigen Marketing-Spam mit Billowerbung zu vermeiden.
Wann die neuen Videoads kommen? Das dauert noch. Laut diesem äußerst lesenswerten Artikel von AdWeek erst in ein paar Wochen.

Über den Autor

Philipp Steuer

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Hi, ich heiße Philipp und bin der Gründer von Snapgeist. Ich helfe Unternehmen wie McDonalds oder ProSieben, Snapchat richtig für sich einzusetzen. Mit Snap Me If You Can habe ich bereits ein kostenloses Snapchat Buch veröffentlicht.